Microsoft Surface kein Erfolg. So hatte es kommen müssen
29 Nov

Das Microsoft Surface Tablet mit Windows RT ist kein großer Erfolg. Dies musste Steve Ballmer inzwischen eingestehen. Nun wurden die Aufträge bei den Herstellern in Asien halbiert. Dort überraschend kommt diese Entwicklung nicht, der Misserfolg war abzusehen.
Microsoft ist nicht neu im Hardware Business, nicht einmal bei den Tablets. Tatsächlich stellte Mictosoft bereits 2001, damals mit Windows XP, erste Tablets mit Windows vor. Damals noch ausschließlich von anderen Firmen produziert, aber mit einer klaren Vision: Den PC in der Hand.
Doch schon bald zeigten sich erste Probleme: Die Geräte waren zu groß, zu schwer, zu teuer. Ihre Akkulaufzeit war überdies schlecht. Doch zu allem Übel war auch das Betriebsystem nicht auf die Anforderungen hin angepasst. Es war ein gewöhnliches Windows, um ein paar Optionen für eine reine Stiftbedienung erweitert. Grässlich zu bedienen, außerhalb der Industrie mit einigen Spezialanwendungen wollte dies niemand nutzen.
So fristeten die Geräte, die trotzt allem über all die Jahre weiter Produziert wurden, ein Schattendasein. Bis Apple kam, und der Welt zeigte was man mit Tablets alles machen kann.
Schon bald richtete die Welt ihren Blick wieder Richtung Redmond zu Microsoft und Bill Gates, und die Reaktion die darauf folgen würde. Doch diese blieb aus, Microsoft hatte schlicht keine Strategie gegen die iPads. Man war so sehr im Desktop gefangen, das man kaum wusste wie man das Problem lösen konnte.
Doch dann zeigte Microsoft, deutlich später als von allen erwartet, Windows 8 mit der Metro-Oberfläche. Die Lösung schien passend und optimiert für eine Nutzung auf Tablets. Als Microsoft dann auch noch das Surface Tablet ankündigte, schien alles zu passen, Microsoft hatte endlich eine Lösung gefunden.
Leider zeigten sich bald einige Probleme, über die Microsoft jedoch nur ungerne sprechen wollte. So sahen sich Kunden auf einmal mit zwei Versionen von Windows konfrontiert: Windows 8 und Windows RT. Windows RT sah zwar aus wie Windows 8, konnte aber nicht dessen Apps abspielen.
Windows RT war und ist für Tablets gedacht, doch leider ist es nicht komplett leicht mit dem Finger zu bedienen. Immer wieder wirft einen das System auf den alten Desktop, der schon 2001 nur umständlich mit dem Finger zu nutzen war.
Zu allem übel ist Windows 8/RT nicht unbedingt Intuitiv zu nutzen. Viele Wischgesten vom Rand des Gerätes her erschließen sich nicht von selbst, sie funktionieren anders als bei der Konkurrenz und völlig ungewohnt für Anwender. Ohne Anleitung kommt man hier nicht weiter.
Schlussendlich blieb die Frage des Preises. Das Surface Tablet mit Windows 8/RT war nicht perfekt, aber das ist nicht automatisch ein Problem. Würde der Preis stimmen, würden sich Kunden finden.
Doch auch hier überzeugte Microsoft nicht. Angesichts hochpreisiger iPads und bis auf 100 EUR herunter gehende Android Konkurrenz-Tablets entschied sich Microsoft überraschend ebenfalls für eine Hochpreispolitik, obwohl das Gerät selbst nicht in dieser Liga mitspielte.
Bei Android konnte man bereits für 1/3 weniger technisch deutlich überlegene Geräte kaufen, die zudem eine breite Softwareunterstützung erfuhren. Wer eher Markenbewusst ist, griff meist sowieso zum iPad. Angesichts dessen blieben Microsoft nur wenige Kunden, wie sich jetzt bereits bestätigt.
Was bleib Microsoft nun? Eigentlich nur eine Preisreduktion. Eine zu schnelle Aufgabe wäre jedoch ebenfalls kein sinnvoller Weg, oft ist das Interesse größer als gedacht, nur passen Preis und Kunde nicht zusammen. So verscherbelte HP seine Touchpads unter dem Produktionskosten um seine Lager zu leeren, nur um dann festzustellen das die meisten der verkauften Pads für das doppelte bei eBay erfolgreich weiter verkauft wurden. Also für einen Preis, der HP hohe Verluste erspart hätte. Der Schritt von HP war zu extrem und überstürtzt.
Man möchte glauben das Microsoft einen solchen Fehler nicht begeht, doch hat das frühe Ende der Zune Player und das überhastete Tod der Microsoft Kin Smartphones 2011 deutlich gezeigt, das man im Hause Microsoft durchaus panisch reagieren kann.
Die Zeit wird es zeigen, doch die Prognosse für Microsofts Tablets Träume sehen schlecht aus.
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